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Jane Harper, Zu Staub
Broschiert, 416 Seiten, 16 €
Rowohlt 

Literatur+
Crime Time

Auch Jane Harpers dritter Thriller entführt seine Leser ins australische Outback. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Wir schmecken den Staub, fühlen den Schweiß, erliegen der Hitze. 

Zwei Brüder treffen sich an dem Zaun, der die Rinderfarm des einen von der des anderen trennt. Um ein Gefühl der Weite zu vermitteln: Die größere der beiden Farmen ist 12000 Quadratkilometer groß, die Häuser der Brüder liegen drei Autostunden voneinander entfernt. Dazwischen: Wüste. 

Hier also treffen sie sich, am Stockmann-Grab, dem einsam im Staub stehenden Grabstein eines vor 100 Jahren gestorbenen Unbekannten. Zu ihren Füßen: Die Leiche des dritten Bruders, elend verdurstet und verreckt. 

Wie kommt er hierher? Und warum steht sein Auto so weit entfernt? 

Was sich an diesen Fragen entspinnt, erweist sich im Verlauf dieses atmosphärisch dichten Romans als epische Familientragödie, in der kunstvoll die großen Themen verhandelt werden: Schuld, Sühne, Vergebung, Loyalität. 

Eine Autorin, die bereits mit ihrem ersten Krimi (Hitze) den wichtigsten britischen Krimipreis (Gold Dagger) abräumt, außerdem auf Platz 1 der Times-Bestsellerliste landet und noch dazu von der Sunday Times zur neuen «Queen of Crime» ausgerufen wird, hat sich die Latte naturgemäß hoch gelegt. Schön für den Leser, wenn sie diese Latte auch mit dem dritten Thriller mühelos überspringt. Großes Kino.

Edgar Rai 

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Liz Moore, Long Bright River
Gebunden, 413 Seiten, 24 €
C.H. Beck 

Literatur+
Crime Time

Philadelphia. Hartes Pflaster, wie jeder weiß. Streifenpolizistin Mickey versucht Tag für Tag, einen klaren Kopf zu bewahren, nicht vorschnell die Waffe zu ziehen, nicht zu verzagen und nie zu vergessen, dass jeder Mensch wert ist, würdevoll behandelt zu werden. Außerdem versucht sie, ihre Schwester Kacey nicht aus den Augen zu verlieren, die ihre Drogensucht durch Straßenprostitution finanziert. Dummerweise verschwindet Kacey ausgerechnet in dem Moment, da im Viertel mehrere junge Prostituierte ermordet werden. 

In Long Bright River begegnen einem viele klassische Motive des Kriminalromans: Eine Polizistin, die, von den Kollegen im Stich gelassen, auf eigene Faust ermitteln muss, ein Fall, der sie selbst in Gefahr bringt, ein Mord dem weitere folgen etc.. Stangenware. Könnte man annehmen. Doch das Gegenteil ist der Fall. 

Denn dieser Krimi umdribbelt souverän sämtliche Fallstricke. Er ist gekonnt komponiert, relevant und selbst für den geübten Leser überraschend. Dazu wird die Story getragen von glaubhaften, interessanten Figuren, deren wechselhafte Schicksale – allen voran Mickeys – einem nahegehen. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, geht es in Long Bright River nicht nur um einen klug ausgetüftelten Krimiplot, der Roman ist außerdem das schonungslose Porträt einer Gesellschaft, die durch die Opioid-Krise ihren Zusammenhalt verloren hat. Besser geht klassischer Krimi nicht.  

Edgar Rai

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Lisa Sandlin, Family Business: Ein Fall für Delpha
Taschenbuch (Erstausgabe), 357 Seiten, 10 €
Suhrkamp

Literatur+
Crime Time

Delpha ist eine vielschichtige, ungewöhnliche Heldin: Anfang 30, intelligent, hübsch, vorsichtig. Wegen Totschlags aus Notwehr hat sie einige Jahre Haft hinter sich und ist heilfroh, als sie nach ihrer Entlassung bei Tom Phelan eine Anstellung findet. Tom, etwas jünger als sie selbst, hat vor nicht langer Zeit ein Detektivbüro eröffnet und ist mehr als dankbar für seine effiziente und kluge Mitarbeiterin.

Nachdem inhaltlich mühelos an Sandlins ersten Roman Ein Fall für Delpha angeschlossen wird, tut sich nun ein neuer Fall für die beiden auf: Eine zunächst harmlos erscheinende Familienaffäre, die jedoch auf verschlungenen Wegen in einen existenziellen Showdown mündet. 

Das Szenario gleicht einem Hopper-Gemälde: träge, heiß, morbide. Die texanische Kleinstadt, seine Bewohner, das billige Büro und die großen, klapprigen Autos erfüllen alle Klischees, die wir von einem amerikanischen 70er-Jahre-Krimi erwarten. Und doch findet Lisa Sandlin erneut eindrückliche Szenen, die aus den Charakteren eigenartige und glaubhafte Akteure machen. Obendrein gab es wohl selten eine erotischere Liebesszene, als die, in der Tom Delpha im frühmorgendlichen Büro dabei hilft, sich Ohrlöcher zu stechen …

Katharina von Uslar 

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Martín Caparrós, Väterland
Gebunden, 288 Seiten, 22 €
Wagenbach 

Literatur+
Crime Time

Buenos Aires, 1933. Andrés Rivarola ist ein Tagelöhner, der in einem billigen Hotelzimmer lebt und keine konkreten Pläne für seine Zukunft hat. Stattdessen vertraut er auf sein sonniges Gemüt und sein charmantes Lächeln. Dennoch umgibt ihn stets eine gewisse Melancholie.

Andrés' genügsames Leben findet ein jähes Ende, als er aus einer Laune heraus einem Kumpel verspricht, Geld für ihn einzutreiben. 

Von einem Tag auf den anderen findet er sich im Einflussbereich eines berüchtigten Fleischhändlers wieder, der wiederum in die gewinnträchtige Welt des neuen Volkssports Fußball verwickelt ist. Plötzlich nimmt Andrés Aufträge und Vorschüsse an, gibt Versprechen, die er nicht halten kann, und wird in den Tod eines vornehmen Mädchens aus Buenos Aires’ Oberschicht verwickelt. Ganz nebenbei bekommt er die Gelegenheit, die unnahbare, weil viel zu intellektuelle Verlegertochter Raquel Gleizer als Mitstreiterin – und Liebhaberin – zu erobern.

Ein smarter und komplexer Krimi, der nicht spart an atmosphärischen Schauplätzen und grandios-robusten Dialogen, der aber zugleich auch Raum bietet für schwebende nächtliche Szenen voller Einsamkeit und Unruhe. 

Das alles ausgebreitet vor der Kulisse eines politisch gebeutelten Landes, dessen Bevölkerung unter dem Einfluss eines staatlich verordneten Einwanderungsprogramms steht und vor Fremdenhass und nationalistischer Grabenkämpfe die wahre Bedeutung des Tango Argentino – als Ausdruck existentieller Not und menschlicher Einsamkeit – zu vergessen droht.

Katharina von Uslar

VideoSportsPopulaire mit Teresa Zenker
SportsPopulaire - Sechs Fragen an...

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Teresa Zenker, Judo Junior Vize-Weltmeisterin, gab Schülern im SportPopulaire Workshop im PalaisPopulaire eine Einführung in Judo
„Runner
25.4.2019

Tony Craggs Skulptur „Runner“ (2017)

Tony Craggs Skulptur „Runner“ (2017) erweitert „Objects of Wonder“ in den öffentlichen Raum
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Schnappschuss von Bruce McLeans „Pose Work for Plinths I“ (1971)

Wir fragen Besucher in „Objects of Wonder“, was sie an den Werken, die sie mit dem Handy fotografieren so fasziniert.
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TiltBrush - Die Kunst der Bewegung

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Entdecken Sie das virtuelle Kunstwerk von Richard Schmidt.
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Toni Kneist stellte Berliner Schulklassen das Fechten im Rahmen von SportsPopulaire vor.
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Video PalaisPopulaire Audioguide von Tony Cragg's „E.R. II
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PalaisPopulaire Audioguide von Tony Craggs „E.R. II“ (1982)

Der interaktive, multimedia Guide für Ihren Besuch im PalaisPopulaire! Lernen Sie mehr über die Künstler und ihre Kunstwerke.
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Video PalaisPopulaire Audioguide von Barbara Hepworth's „Sculpture with Colour (Deep Blue and Red)“ (1940)

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Video Schnappschuss von Richard Long's „Red Slate Circle“ (1988)
SnapShot – ausgewählte Werke

Schnappschuss von Richard Long's „Red Slate Circle“ (1988)

Wir fragen Besucher in „Objects of Wonder“, was sie an den Werken, die sie mit dem Handy fotografieren so fasziniert.
Video Schnappschuss von Helen Marten's
SnapShot – ausgewählte Werke

Schnappschuss von Helen Martens „Guild of Pharmacists“ (2014)

Wir fragen Besucher in „Objects of Wonder“, was sie an den Werken, die sie mit dem Handy fotografieren so fasziniert.
Video Objects of Wonder
1.2.19–27.5.2019

Objects of Wonder

Werfen Sie einen Blick in die derzeitige Ausstellung „Objects of Wonder. British Sculpture from the Tate Collection 1950s–Present“ im PalaisPopulaire.
Video Audioguide von Maria Lassning
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Video Audioguide von Maria Lassning „Ohne Titel“ (2005)

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Video Audioguide von Yang Jiechang's
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PalaisPopulaire Audioguide von Yang Jiechangs „100 Layers of Ink“ (1992-94)

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PalaisPopulaire Audioguide - ausgewählte Werke

PalaisPopulaire Audioguide von Ellen Gallagher „Deluxe“(2004/5)

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Schnappschuss von Herrmann Glöckners „Drei Phasen“ (1980)
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Schnappschuss von Herrmann Glöckners „Drei Phasen“ (1980)

Wir fragen Besucher in „The World on Paper“, was sie an den Werken, die sie mit dem Handy fotografieren so fasziniert.
A student in the exhibition Objects of Wonder
SnapShot – ausgewählte Werke

Schnappschuss von Martin Kippenberger's „Ohne Titel“-Serie (1991-96)

Wir fragen Besucher in „The World on Paper“, was sie an den Werken, die sie mit dem Handy fotografieren so fasziniert.
Video Schnappschuss von Peter Roehr’s „Ohne Titel - (GR-3)“ (1963)
SnapShot – ausgewählte Werke

Schnappschuss von Peter Roehrs „Ohne Titel - (GR-3)“ (1963)

Wir fragen Besucher in „The World on Paper“, was sie an den Werken, die sie mit dem Handy fotografieren so fasziniert.
Video Schnappschuss von Haegue Yang’s „Jewel Glow – Trustworthy #248“ (2015)
SnapShot – ausgewählte Werke

Schnappschuss von Haegue Yangs „Jewel Glow – Trustworthy #248“ (2015)

Wir fragen Besucher in „The World on Paper“, was sie an den Werken, die sie mit dem Handy fotografieren so fasziniert.
Video Schnappschuss von Lauren Seidens „Truthfully Unfolding“ (2015)
SnapShot – ausgewählte Werke

Schnappschuss von Lauren Seidens „Truthfully Unfolding“ (2015)

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MEET Josephine Ackerman
Deputy Global Head Art, Culture & Sports, Deutsche Bank

MEET Josephine Ackerman

Treffen Sie die Menschen, die das PalaisPopulaire mit Kreativität und neuen Ideen erfüllen:
„Wir wollen keine Grenzen im Denken akzeptieren“, Josephine Ackerman, Deputy Global Head Art, Culture & Sports, Deutsche Bank über das Konzept des neuen PalaisPopulaire.
Video MEET Thorsten Strauß
Global Head of Art, Culture & Sports, Deutsche Bank

MEET Thorsten Strauß

Treffen Sie die Menschen, die das PalaisPopulaire mit Kreativität und neuen Ideen erfüllen: „Die Engagements der Deutschen Bank im Bereich Kunst, Kultur und Sport haben im PalaisPopulaire eine Heimat bekommen“, Thorsten Strauß, Global Head of Art, Culture & Sports, Deutsche Bank über das Konzept des neuen PalaisPopulaire.
Video PalaisPopulaire
Eröffnung des PalaisPopulaire in Berlin

Deutsche Bank goes Populaire!

Das PalaisPopulaire im historischen Gebäude Unter den Linden 5. „Open House for Open Minds” – unter diesem Motto haben wir einen neuen Ort geschaffen, an dem vieles möglich ist. Ein Haus für die Sammlung Deutsche Bank, internationale Ausstellungen, spannende Events und kulinarische Erlebnisse.